Luisengymnasium

Kapitel 2 — Exponentialfunktionen

Lernziele

Nach diesem Kapitel kannst du:

  1. Die Definition einer Exponentialfunktion nennen und erklären — du kennst die Form f(x)=aqxf(x) = a \cdot q^x und weißt, was aa und qq bedeuten.
  2. Den Anfangswert und den Wachstumsfaktor bestimmen — du liest aa und qq aus Graphen und Wertetabellen ab.
  3. Verdoppelungszeit und Halbwertszeit berechnen — du wendest die Formeln sicher an.
  4. Graphen von Exponentialfunktionen skizzieren — du zeichnest den Verlauf und benennst die Eigenschaften (Asymptote, Monotonie).
  5. Zwischen exponentieller Zunahme und Abnahme unterscheiden — du erkennst an q>1q > 1 bzw. 0<q<10 < q < 1, ob der Graph steigt oder fällt.

Leitfrage: Wie schnell verdoppelt sich eine Bakterienkultur — und warum ist diese Zeit immer gleich?

Eine Bakterienkultur besteht aktuell aus 10 Millionen Bakterien. Die Anzahl verdoppelt sich alle 20 Minuten. Dieses Beispiel begleitet dich durch das gesamte Kapitel.


Du hast ~135 Minuten für dieses Kapitel.


Lernweg-Vorausschau

  1. Phase 1 — Aktivierung und Exploration (30 min)
  2. Phase 2 — Konzeptaufbau und Fading (35 min)
  3. Phase 3 — Üben und Interleaving (40 min)
  4. Phase 4 — Transfer und Reflexion (30 min)

Voraussetzungen

Hinweis

Bevor du mit diesem Kapitel startest, prüfe, ob du die folgenden Grundlagen beherrschst. Falls nicht, nutze die Auffrischungen unten.

Selbsttest Voraussetzungen

Löse die folgenden Aufgaben ohne Taschenrechner. Klappe danach die Lösung auf.

Tipp

Falls du mehr als 2 dieser Aufgaben nicht lösen konntest, wiederhole zuerst die Potenzgesetze und arbeite Kapitel 1 nochmals durch.

Retrieval GatePflicht

Beantworte die folgenden Fragen aus dem Gedächtnis, bevor du weiterliest.

Frage 1: Der Stundenlohn steigt monatlich um den Faktor 1,031{,}03. Um wie viel Prozent steigt er pro Monat?

Frage 2: Eine Wertetabelle zeigt die Werte 200200, 260260, 338338, 439,4439{,}4. Handelt es sich um lineares oder exponentielles Wachstum? Bestimme den Wachstumsfaktor.

Quotienten: 260200=1,3\frac{260}{200} = 1{,}3, 338260=1,3\frac{338}{260} = 1{,}3, 439,4338=1,3\frac{439{,}4}{338} = 1{,}3. Konstanter Faktor → exponentielles Wachstum mit q=1,3q = 1{,}3.

Frage 3: Nenne ein Erkennungsmerkmal für exponentielles Wachstum in einer Wertetabelle.

Die Quotienten aufeinanderfolgender Werte sind konstant: f(x+1)f(x)=q\frac{f(x+1)}{f(x)} = q für alle xx.


1
Aktivierung und Exploration
ca. 30 Min

Retrieval Gate

Beantworte die folgenden Fragen aus dem Gedächtnis, bevor du weiterliest. Klappe dann die Lösung auf.


Productive-Failure-Block

Hinweis

Aufgabe — Versuche es selbst, bevor du die Lösung liest.

Eine Bakterienkultur verdoppelt sich alle 20 Minuten. Aktuell sind 10 Millionen Bakterien vorhanden.

  1. Wie viele Bakterien waren es vor einer Stunde?
  2. Wie viele werden es in einer Stunde sein?

Versuche es, ohne eine Formel zu kennen. Notiere deinen Lösungsweg.


Fehlvorstellungs-Boxen

Achtung

Typischer Fehler: "Der Graph einer Exponentialfunktion kann die x-Achse schneiden."

Gegenbeispiel: Setze f(t)=108t=0f(t) = 10 \cdot 8^t = 0. Das ergibt 8t=08^t = 0. Aber 8t>08^t > 0 für jedes tt — eine Potenz mit positiver Basis ist immer positiv.

Richtig: Der Graph nähert sich der xx-Achse beliebig an (Asymptote), berührt oder schneidet sie aber nie.

Achtung

Typischer Fehler: "Die Verdoppelungszeit hängt davon ab, wo man startet."

Gegenbeispiel: Starte bei t=0t = 0: von 10 auf 20 Mio dauert 13\frac{1}{3} h. Starte bei t=13t = \frac{1}{3}: von 20 auf 40 Mio dauert ebenfalls 13\frac{1}{3} h. Starte bei t=1t = -1: von 1,25 auf 2,5 Mio dauert auch 13\frac{1}{3} h.

Richtig: Die Verdoppelungszeit ist konstant — sie hängt nur vom Wachstumsfaktor qq ab, nicht vom Startwert oder der Startposition.



2
Konzeptaufbau und Fading
ca. 35 Min

Retrieval Gate


Worked Example 1: Bakterienwachstum — Funktionsgleichung aufstellen


Selbsterklärung

Hinweis

Erkläre dir selbst: Warum ist die Basis der Exponentialfunktion 88 und nicht 22?


Worked Example 2: Anfangswert und Wachstumsfaktor aus zwei Punkten bestimmen


Selbsterklärung

Hinweis

Erkläre dir selbst: Warum berechnet man qq mit einer dritten Wurzel (Exponent 13\frac{1}{3})?


Simulation S2 — Parameter-Explorer

Parameter-Explorer: f(x) = a · q^x

Untersuche den Einfluss von Anfangswert und Wachstumsfaktor auf den Graphen.

Applet wird geladen...
Hinweis

Leitfragen zur Simulation:

  • Setze a=1a = 1 und verändere qq langsam von 0,50{,}5 über 1,01{,}0 bis 2,02{,}0. Was passiert mit dem Graphen?
  • Was passiert mit dem Punkt A(0a)A(0|a), wenn du aa veränderst? Ändert sich auch die Form der Kurve?
  • Versuche, den Graphen so nah wie möglich an die xx-Achse zu bringen. Berührt er sie jemals?

Simulation S3 — Verdoppelungszeit: Klick-auf-die-Kurve

Verdoppelungszeit — Klick auf die Kurve

Entdecke, dass die Verdoppelungszeit einer Exponentialfunktion konstant ist.

Applet wird geladen...
Hinweis

Leitfragen zur Simulation:

  • Klicke auf drei verschiedene Stellen der Kurve. Was fällt dir bei den Verdoppelungszeiten auf?
  • Verändere qq. Wie ändert sich die Verdoppelungszeit?
  • Schalte auf Halbwertszeit um. Gilt das gleiche Prinzip?

Completion 1 (1 Lücke): Halbwertszeit berechnen

Halbwertszeit eines radioaktiven Stoffs

Ein radioaktiver Stoff hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Aktuell sind 200 g vorhanden.

Schritt 1 — Ansatz aufstellen:

Die Funktion hat die Form f(t)=aqtf(t) = a \cdot q^t mit tt in Einheiten von 30 Jahren.

Da sich der Stoff alle 30 Jahre halbiert, ist der Wachstumsfaktor pro Halbwertszeit qH=0,5q_H = 0{,}5.

Wenn tt in Jahren gemessen wird: q=0,51/30q = 0{,}5^{1/30}.

Schritt 2 — Werte einsetzen:

a=200 g,q=0,51/300,9772a = 200 \text{ g}, \quad q = 0{,}5^{1/30} \approx 0{,}9772

f(t)=2000,9772tf(t) = 200 \cdot 0{,}9772^t

Schritt 3 — Berechnung durchführen:

f(30)=2000,977230=2000,5=100 gf(30) = 200 \cdot 0{,}9772^{30} = 200 \cdot 0{,}5 = 100 \text{ g}

f(60)=2000,977260=2000,25=50 gf(60) = 200 \cdot 0{,}9772^{60} = 200 \cdot 0{,}25 = 50 \text{ g}

f(90)=2000,977290=2000,125=25 gf(90) = 200 \cdot 0{,}9772^{90} = 200 \cdot 0{,}125 = 25 \text{ g}

Schritt 4 — Ergebnis interpretieren:

Deine Aufgabe: Interpretiere die Ergebnisse im Sachkontext. Was bedeuten die Werte f(30)f(30), f(60)f(60) und f(90)f(90)? Wie viel des Stoffes ist nach 3 Halbwertszeiten noch übrig — und wird der Stoff jemals ganz verschwinden?

Textabgabe

Completion 2 (2 Lücken): Exponentialfunktion aus Graph ablesen

Funktionsgleichung aus einem Graphen ablesen

Aus einem Graphen liest du ab: f(0)=6f(0) = 6 und f(1)=9f(1) = 9.

Schritt 1 — Ansatz aufstellen:

Aus f(x)=aqxf(x) = a \cdot q^x folgt a=f(0)a = f(0) und q=f(1)f(0)q = \frac{f(1)}{f(0)}.

Schritt 2 — Werte einsetzen:

a=f(0)=6,q=f(1)f(0)=96a = f(0) = 6, \quad q = \frac{f(1)}{f(0)} = \frac{9}{6}

Deine Aufgabe: Führe die Berechnung durch (Schritt 3) und interpretiere das Ergebnis (Schritt 4). Gib die vollständige Funktionsgleichung an.

Textabgabe

Fehlvorstellungs-Boxen

Achtung

Typischer Fehler: "Bei exponentiellem Zerfall wird der Wert irgendwann 0."

Gegenbeispiel: Ein Stoff hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Nach 30 Jahren: 50%50\,\% übrig. Nach 60 Jahren: 25%25\,\%. Nach 90 Jahren: 12,5%12{,}5\,\%. Nach 120 Jahren: 6,25%6{,}25\,\%. Der Wert wird immer kleiner, aber nie 0.

Richtig: Die xx-Achse (y=0y = 0) ist eine Asymptote. Der Funktionswert f(x)=aqxf(x) = a \cdot q^x ist für a>0a > 0 und q>0q > 0 immer positiv.

Achtung

Typischer Fehler: "Nach 2 Halbwertszeiten ist alles weg."

Gegenbeispiel: Anfangswert 200 g, HWZ 30 Jahre. Nach 1 HWZ: 100 g. Nach 2 HWZ: 50 g — das sind noch 25%25\,\%, nicht 0%0\,\%!

Richtig: Nach nn Halbwertszeiten ist noch (12)n\left(\frac{1}{2}\right)^n des Anfangswertes übrig. Nach 2 HWZ: 14=25%\frac{1}{4} = 25\,\%. Nach 3 HWZ: 18=12,5%\frac{1}{8} = 12{,}5\,\%. Es wird nie 0.


Sicherung — Merksatz

Hinweis

Merksatz: Exponentialfunktion

Eine Funktion der Form

f(x)=aqxmit a0,  q>0,  q1f(x) = a \cdot q^x \quad \text{mit } a \neq 0,\; q > 0,\; q \neq 1

heißt Exponentialfunktion.

  • a=f(0)a = f(0) ist der Anfangswert (y-Achsenabschnitt).
  • qq ist der Wachstumsfaktor.
  • Für q>1q > 1: exponentielle Zunahme (Graph steigt).
  • Für 0<q<10 < q < 1: exponentielle Abnahme (Graph fällt).
Hinweis

Merksatz: Verdoppelungszeit und Halbwertszeit

V=log(2)log(q)(Verdoppelungszeit, fu¨q>1)V = \frac{\log(2)}{\log(q)} \quad \text{(Verdoppelungszeit, für } q > 1\text{)}

H=log(0,5)log(q)(Halbwertszeit, fu¨0<q<1)H = \frac{\log(0{,}5)}{\log(q)} \quad \text{(Halbwertszeit, für } 0 < q < 1\text{)}

Die Verdoppelungszeit bzw. Halbwertszeit ist konstant — sie hängt nicht vom Startwert ab.

Hinweis

Merksatz: Grapheigenschaften

  • Der Graph verläuft durch den Punkt A(0a)A(0|a).
  • Der Graph hat keine Schnittpunkte mit der xx-Achse.
  • Die xx-Achse (y=0y = 0) ist eine Asymptote.
  • Für q>1q > 1: Der Graph steigt. Für kleine xx-Werte nähert er sich der xx-Achse an.
  • Für 0<q<10 < q < 1: Der Graph fällt. Für große xx-Werte nähert er sich der xx-Achse an.


3
Üben und Interleaving
ca. 40 Min

Mixed Retrieval Gate (Kapitel 1 + 2)


Geblocktes Üben

Übung 1: a und q bestimmen

Bestimme den Anfangswert aa und den Wachstumsfaktor qq der Exponentialfunktion f(x)=aqxf(x) = a \cdot q^x, die durch die Punkte P(03)P(0|3) und Q(212)Q(2|12) verläuft. Gib die Funktionsgleichung an.

Textabgabe

Übung 2: Graph skizzieren

Skizziere den Graphen von f(x)=40,5xf(x) = 4 \cdot 0{,}5^x für x[2;3]x \in [-2;\, 3]. Berechne dazu f(2)f(-2), f(1)f(-1), f(0)f(0), f(1)f(1), f(2)f(2), f(3)f(3) und markiere die Asymptote.

Textabgabe

Übung 3: Verdoppelungszeit berechnen

Eine Population wächst nach f(t)=501,05tf(t) = 50 \cdot 1{,}05^t (tt in Jahren). Berechne die Verdoppelungszeit.

Textabgabe

Interleaved Practice (Kapitel 1 + 2)

Gemischte Übung 1: Wachstumsart erkennen

Gegeben ist die Wertetabelle:

xx0011223344
f(x)f(x)8812121818272740,540{,}5

Ist das Wachstum linear oder exponentiell? Bestimme die Funktionsgleichung.

Textabgabe

Gemischte Übung 2: Wachstumsart erkennen und Funktionsgleichung bestimmen

Gegeben ist die Wertetabelle:

xx0011223344
g(x)g(x)10101414181822222626

Ist das Wachstum linear oder exponentiell? Bestimme die Funktionsgleichung.

Textabgabe

Abgabe-Aufgaben

Funktionsgleichung aufstellen (AFB I)

Berechne aa und qq für eine Exponentialfunktion mit f(0)=12f(0) = 12 und f(1)=15f(1) = 15. Gib die Funktionsgleichung an.

Textabgabe

Funktionsgleichung aus zwei Punkten (AFB II)

Eine Exponentialfunktion geht durch P(218)P(2|18) und Q(560,75)Q(5|60{,}75). Bestimme die Funktionsgleichung.

Textabgabe

Lukas Methode beurteilen (AFB III)

Luka behauptet: "Wenn ich Anfangswert und Verdoppelungszeit kenne, kann ich den Graphen ohne Wertetabelle zeichnen."

Erkläre Lukas Methode und beurteile, ob sie immer funktioniert.

Textabgabe

Selbstdiagnose
Wie sicher bist du, dass du ein ähnliches Problem allein lösen könntest?


4
Transfer und Reflexion
ca. 30 Min

Kapiteltest

Hinweis

Testregeln: Pro Frage können 0, 1, 2, 3 oder 4 Antworten richtig sein. Kreuze alle richtigen Antworten an.

Frage 1 (AFB I)

f(x)=32xf(x) = 3 \cdot 2^x. Welcher Wert ist der Wachstumsfaktor qq?

  • A: q=3q = 3
  • B: q=6q = 6
  • C: q=2q = 2
  • D: q=8q = 8

Frage 2 (AFB I)

Welcher Wachstumsfaktor gehört zu f(x)=50,8xf(x) = 5 \cdot 0{,}8^x?

  • A: q=5q = 5
  • B: q=0,2q = 0{,}2
  • C: q=0,8q = 0{,}8
  • D: q=0,8q = -0{,}8

Frage 3 (AFB I)

Berechne f(3)f(3) für f(x)=24xf(x) = 2 \cdot 4^x.

  • A: f(3)=24f(3) = 24
  • B: f(3)=128f(3) = 128
  • C: f(3)=64f(3) = 64
  • D: f(3)=512f(3) = 512

Frage 4 (AFB I)

Welche der folgenden Gleichungen beschreibt eine Exponentialfunktion?

  • A: f(x)=3x+2f(x) = 3x + 2 (linear, nicht exponentiell)
  • B: f(x)=x2f(x) = x^2 (quadratisch, nicht exponentiell)
  • C: f(x)=2x+3xf(x) = 2^x + 3^x (Summe zweier Exponentialterme, aber nicht die Form aqxa \cdot q^x)
  • D: f(x)=5xf(x) = 5 \cdot x (linear, nicht exponentiell)

Frage 5 (AFB I)

Der Graph von f(x)=40,5xf(x) = 4 \cdot 0{,}5^x ...

  • A: ... schneidet die xx-Achse bei x=8x = 8.
  • B: ... erreicht für große xx den Wert 0.
  • C: ... steigt, weil a=4>1a = 4 > 1.
  • D: ... hat bei x=0x = 0 den Wert f(0)=0,5f(0) = 0{,}5.

Frage 6 (AFB I)

Welche Aussagen über die Exponentialfunktion f(x)=aqxf(x) = a \cdot q^x mit a>0a > 0 und q>0q > 0, q1q \neq 1 sind wahr?

  • A: Der Funktionswert f(x)f(x) ist immer positiv.
  • B: Der Punkt (0a)(0|a) liegt auf dem Graphen.
  • C: In gleich großen xx-Intervallen ändert sich f(x)f(x) um den gleichen Faktor.
  • D: aa ist der Funktionswert an der Stelle x=0x = 0.

Frage 7 (AFB II)

Eine Bakterienkultur verdoppelt sich alle 30 Minuten. Aktuell sind 1000 Bakterien vorhanden. Welche Aussagen stimmen?

  • A: Nach einer Stunde sind 30003000 Bakterien vorhanden (denn 1000+2×10001000 + 2 \times 1000).
  • B: Der Wachstumsfaktor pro Stunde beträgt q=2q = 2 (denn Verdopplung).
  • C: Vor einer Stunde waren 00 Bakterien vorhanden (denn 10002×5001000 - 2 \times 500).
  • D: Die Funktionsgleichung lautet f(t)=1000+2tf(t) = 1000 + 2t mit tt in Stunden.

Frage 8 (AFB II)

Die Verdoppelungszeit einer Population beträgt 5 Jahre. Welche Aussagen stimmen?

  • A: Nach 10 Jahren hat sich die Population vervierfacht.
  • B: Nach 5 Jahren hat sich die Population verdoppelt, unabhängig vom Startwert.
  • C: Wenn die Population bei 100 startet, ist sie nach 5 Jahren bei 200 und nach 10 Jahren bei 300.
  • D: Die Verdoppelungszeit ändert sich, wenn die Population größer wird.

Frage 9 (AFB II)

Ein radioaktiver Stoff hat eine Halbwertszeit von 20 Jahren. Aktuell sind 160 g vorhanden. Wie viel ist nach 60 Jahren übrig?

  • A: 20 g
  • B: 0 g
  • C: 80 g
  • D: 53,3 g

Frage 10 (AFB II)

Welche der folgenden Funktionen beschreiben exponentielles Wachstum (Zunahme)?

  • A: f(x)=31,2xf(x) = 3 \cdot 1{,}2^x
  • B: g(x)=5+2xg(x) = 5 + 2x
  • C: h(x)=100,7xh(x) = 10 \cdot 0{,}7^x
  • D: k(x)=0,54xk(x) = 0{,}5 \cdot 4^x

Frage 11 (AFB II)

Der Graph von f(x)=aqxf(x) = a \cdot q^x verläuft durch (16)(1|6) und (354)(3|54). Welche Aussagen stimmen?

  • A: q=3q = 3
  • B: a=2a = 2
  • C: f(x)=23xf(x) = 2 \cdot 3^x
  • D: q=9q = 9

Frage 12 (AFB III)

"Wenn ich den Anfangswert verdopple, verdoppelt sich auch die Verdoppelungszeit." Stimmt das?

  • A: Ja, weil ein größerer Anfangswert mehr Zeit zum Verdoppeln braucht.
  • B: Nein, die Verdoppelungszeit hängt nur von qq ab, nicht von aa.
  • C: Nein, V=log2logqV = \frac{\log 2}{\log q} enthält kein aa.
  • D: Ja, weil der Graph bei doppeltem aa doppelt so hoch startet und daher langsamer wächst.

Frage 13 (AFB III)

Ein Stoff hat die Halbwertszeit 10 Jahre. Max sagt: "Nach 20 Jahren ist nichts mehr übrig." Welche Aussagen sind korrekt?

  • A: Max hat recht, denn 2×2 \times Halbwertszeit =0= 0.
  • B: Max irrt sich. Nach 20 Jahren sind noch 25%25\,\% übrig.
  • C: Max irrt sich. Der Funktionswert wird nie exakt 0.
  • D: Nach 30 Jahren wäre der Wert negativ.

Frage 14 (AFB III)

Welche Aussagen über die Halbwertszeit bei exponentiellem Zerfall (0<q<10 < q < 1, a>0a > 0) sind wahr?

  • A: Die Halbwertszeit ist konstant — sie hängt nicht vom aktuellen Wert ab.
  • B: Nach einer Halbwertszeit ist noch 50%50\,\% des Anfangswertes übrig.
  • C: Nach 3 Halbwertszeiten ist noch 18=12,5%\frac{1}{8} = 12{,}5\,\% des Anfangswertes übrig.
  • D: Der Funktionswert erreicht nie exakt den Wert 0.

Frage 15 (AFB III)

Lena behauptet: "Jede Exponentialfunktion mit q>1q > 1 wächst schneller als jede lineare Funktion." Welche Aussagen sind korrekt?

  • A: Lena hat recht, denn exponentielles Wachstum ist immer schneller.
  • B: Lena irrt sich. Anfangs kann lineares Wachstum schneller sein.
  • C: Es kommt auf die konkreten Parameter (aa, qq, bb, dd) an.
  • D: Irgendwann überholt die Exponentialfunktion die lineare — aber "irgendwann" kann sehr spät sein.

Transferaufgabe

Streckung oder Verschiebung? (Transfer)

Tine und Luzie betrachten die Funktionen f(x)=2xf(x) = 2^x und g(x)=22xg(x) = 2 \cdot 2^x.

Tine sagt: "gg ist eine Streckung von ff um den Faktor 2 in yy-Richtung." Luzie sagt: "gg ist eine Verschiebung von ff um 1 nach links."

Wer hat recht? Begründe mit der Funktionsgleichung und dem Graphen.

Textabgabe

Vernetzung und Reflexion

Hinweis

Vernetzung: In diesem Kapitel hast du die Exponentialfunktion f(x)=aqxf(x) = a \cdot q^x kennengelernt. Du kannst nun:

  • Den Zusammenhang zu Kapitel 1 herstellen: Exponentielle Zunahme/Abnahme formal beschreiben.
  • Die Parameter aa und qq aus verschiedenen Darstellungen (Graph, Tabelle, Textaufgabe) bestimmen.
  • Verdoppelungszeit und Halbwertszeit berechnen und interpretieren.

Ausblick: In Kapitel 3 lernst du den Logarithmus kennen — die Umkehrung der Potenzierung. Damit kannst du Gleichungen wie 2x=1002^x = 100 exakt lösen.


Musterlösungen